Jahresabschluss im BGM: Leitfaden für 2025/2026

Frau und Mann prüfen eine vollständig abgehakte Checkliste – Symbolbild für den Jahresabschluss im BGM

Jahresabschluss im BGM: Leitfaden für 2025/2026

Frau und Mann prüfen eine vollständig abgehakte Checkliste – Symbolbild für den Jahresabschluss im BGM

Jahresabschluss im BGM: Rückblick, Analyse und Ziele für 2026

Das Jahresende ist traditionell eine Zeit des Rückblicks, der Planung und des Aufräumens. Während sich viele Unternehmen auf den Jahresabschluss in der Buchhaltung oder die Budgetplanung konzentrieren, wird ein ebenso wichtiger Bereich oft übersehen: der Jahresabschluss im Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM).

Ein strukturierter BGM-Jahresabschluss ermöglicht es, Maßnahmen aus Arbeitsschutz, Betrieblichem Eingliederungsmanagement (BEM) und Betrieblicher Gesundheitsförderung (BGF) zu bündeln, Erfolge sichtbar zu machen und realistische Ziele für das neue Jahr abzuleiten.  Dabei geht es nicht nur um Zahlen, sondern immer auch um Menschen:

Wie steht es um die Sicherheit, Gesundheit, Motivation und Leistungsfähigkeit Ihrer Beschäftigten? Welche Maßnahmen haben Wirkung gezeigt? Und wie kann das BGM im kommenden Jahr noch effizienter gestaltet werden? 

Warum ein Jahresabschluss im BGM unverzichtbar ist

Das BGM ist kein Projekt, sondern ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess auf Grundlage des PDCA-Modells (Plan-Do-Act-Check). Der Jahresabschluss bildet dabei die zentrale Check-Phase: Er überprüft die Wirksamkeit der umgesetzten Maßnahmen, dokumentiert Fortschritte und unterstützt ein professionelles Gesundheitscontrolling, das für die zielgerichtete Jahresplanung wesentlich ist. 

Laut der #whatsnext-Studie 2025 der Techniker Krankenkasse geben über 80 % der Unternehmen an, dass sie BGM als strategischen Erfolgsfaktor betrachten – aber nur rund die Hälfte wertet regelmäßig die Ergebnisse ihrer Maßnahmen aus [1]. 

Das zeigt: Wer sein BGM systematisch steuert, verschafft sich einen klaren Wettbewerbsvorteil.

Drei Säulen - ein System

Ein wirksamer Jahresabschluss im BGM betrachtet immer alle drei zentralen Säulen gemeinsam:

1. Arbeitsschutz – die gesetzliche Grundlage

Der Arbeitsschutz stellt sicher, dass Arbeitsplätze sicher und gesundheitsgerecht gestaltet sind und bildet damit das Fundament eines jeden BGM-Systems. Im Jahresabschluss geht es hier unter anderem um Fragen, wie:

  • Sind Gefährdungsbeurteilungen aktuell (auch psychische Belastungen)?
  • Wurden alle Unterweisungen, Prüfungen und ASA-Sitzungen durchgeführt?
  • Wurden Arbeitsunfälle analysiert und daraus Maßnahmen abgeleitet?

2. Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) – der Brückenbauer

Das BEM ist das Bindeglied zwischen Prävention und Rehabilitation. Es unterstützt Mitarbeitende nach längerer oder wiederholten Erkrankung bei der Rückkehr in den Arbeitsalltag und hilft, erneute Ausfälle zu vermeiden. Im Jahresabschluss sollten Sie prüfen:

  • Wie viele BEM-Verfahren wurden eingeleitet und abgeschlossen?
  • Welche Maßnahmen (z.B. Arbeitsplatzanpassungen, Schulungen, Coaching) wurden umgesetzt?
  • Wie bewerten Betroffenen und Führungskräften den Prozess?

Eine strukturierte Evaluation der BEM-Fälle zeigt, welche Interventionen wirken und wo Anpassungsbedarf besteht. Eine gute BEM-Auswertung liefert somit wertvolle Hinweise für die Betriebliche Gesundheitsförderung, z.B. wenn sich Muster oder häufige Ursachen für Erkrankungen zeigen.

Tipp: Dokumentieren Sie BEM-Verfahren datenschutzkonform und anonymisiert, um Trends zu erkennen, ohne personenbezogene Daten offenzulegen. 

3. Gesundheitsförderung (BGF) – die aktive Prävention

Die BGF bildet die „Gestaltungsebene“ des BGM. Sie umfasst Maßnahmen, die Gesundheit, Motivation und Wohlbefinden aktiv fördern – von Bewegung und Ernährung über psychische Gesundheit bis hin zur Führungskultur. Fragen für die Jahresauswertung:

  • Wie viele Mitarbeitende haben an Maßnahmen teilgenommen?
  • Welche Angebote waren besonders nachgefragt?
  • Welche Rückmeldungen oder Gesundheitskennzahlen (z.B. Fehlzeitenquote, Mitarbeiterzufriedenheit) liegen vor?

Laut dem TK-Gesundheitsreport 2024 sind psychische Erkrankungen weiterhin die häufigste Ursache für Arbeitsunfähigkeit – mit einem Anteil von rund 20 % aller Fehltage. Daraus folgt: BGF-Maßnahmen müssen gezielt auf psychische Gesundheit und Stressprävention ausgerichtet sein [2]. 

Wichtige Kennzahlen für den Jahresabschluss im BGM

Ein professioneller Jahresabschluss im BGM ist datenbasiert. Neben qualitativen Eindrücken sollten daher immer auch messbare Kennzahlen analysiert werden. Dazu gehören:

Arbeitsschutz:

  • Unfallquote
  • Aktualität der Gefährdungsbeurteilung
  • Unterweisungsquote
  • Anzahl dokumentierter Beinaheunfälle

BEM:

  • Anzahl BEM-Fälle
  • BEM-Quote
  • Anzahl eingeleiteter und abgeschlossener Verfahren
  • Rückkehrquote nach dem Verfahren

BGF:

  • Teilnahmequote
  • Anzahl durchgeführter Gesundheitschecks
  • Zufriedenheitswert
  • Entwicklung der Fluktuationsquote

Gesamt-BGM:

  • Krankenstand
  • durchschnittliche Fehlzeiten
  • Mitarbeiterzufriedenheit

Diese Kennzahlen ermöglichen ein datenbasiertes BGM-Reporting, das sowohl für Führungskräfte als auch für das Controlling wertvolle Einblicke liefert, um Trends zu erkennen, Fortschritte sichtbar zu machen und Prioritäten für das kommende Jahr abzuleiten.

So gelingt der Jahresabschluss im BGM

Ein strukturierter Prozess sorgt dafür, dass alle relevanten Informationen zusammenlaufen und der Jahresabschluss effizient umgesetzt wird. Folgende Vorgehensweise hat sich bewährt:

  1. Rückblick: Sammeln Sie Daten, Ergebnisse und Feedback aus Arbeitsschutz, BEM und BGF.
  2. Analyse: Bewerten Sie die Wirksamkeit der Maßnahmen. Wo gab es Erfolge? Wo besteht Handlungsbedarf? Welche Trends zeichnen sich ab?
  3. Ziele definieren: Leiten Sie konkrete Ziele für das nächste Jahr ab, z.B. Senkung der Fehlzeiten, Erhöhung der Teilnahme an Gesundheitsmaßnahmen oder Optimierung der psychischen Gefährdungsbeurteilung
  4. Planung: Erstellen Sie einen Jahresplan mit Verantwortlichkeiten, Zeiträumen und notwendigen Ressourcen und sorgen Sie dafür, dass die dazugehörige Ressourcenplanung nachvollziehbar abgebildet wird.
  5. Kommunikation: Teilen Sie Erfolge und Ergebnisse transparent mit Mitarbeitenden und Führungskräften. Das stärkt die Akzeptanz und motiviert zur Teilnahme am BGM.

Ausblick auf 2026

Wer frühzeitig plant, kann auf aktuelle Entwicklungen reagieren. Diese Themen werden 2026 besonders relevant für BGM-Verantwortliche:

  • Digitales Gesundheitsmanagement: Zunehmende Integration von BGM-Software in HR-, Arbeitsschutz- und Reportingsysteme. Insbesondere digitale Tools werden eine wichtige Rolle spielen, um ein effizientes digitales BGM-Reporting zu ermöglichen.
  • Psychische Gesundheit & Resilienz: Fokus auf Prävention durch Achtsamkeit, Führungskräfteschulungen und detaillierte Belastungsanalysen.
  • Nachhaltigkeit im Gesundheitsmanagement: Verbindung von Klima- und Gesundheitsstrategien, z.B. durch aktive Mobilität oder gesunde Kantinenangebote.
  • Beteiligungskultur: Mitarbeitende werden verstärket in die Gestaltung von Gesundheitsmaßnahmen eingebunden – ein entscheidender Erfolgsfaktor für Akzeptanz und Wirksamkeit.

Fazit

Ein Jahresabschluss im BGM ist mehr als eine Rückschau. Er ist die strategische Grundlage für ein gesundes, erfolgreiches neues Jahr. Wer die Ergebnisse aus Arbeitsschutz, BEM und BGF gemeinsam betrachtet, erkennt Zusammenhänge, vermeidet Doppelarbeit und gestaltet Prävention ganzheitlich.

Mit digitalen Tools, klaren Prozessen und einer offenen Kommunikation gelingt es, aus Daten wertvolle Erkenntnisse und daraus nachhaltige Gesundheitsstrategien zu entwickeln.

So wird der Jahresabschluss im BGM zu einem zentralen Instrument, um Gesundheitsziele messbar zu machen und Strategien kontinuierlich zu verbessern.

Tipp: Nutzen Sie Ihre BGM-Software (‚Protarmo‘) als zentrales Steuerungsinstrument. Es verbindet Aufgabenverwaltung, Gesundheitsdaten, Schulungen und Gefährdungsbeurteilungen u.v.m. zu einem integrierten Managementsystem.

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