Jahresabschluss im BGM: Leitfaden für 2025/2026

Frau und Mann prüfen eine vollständig abgehakte Checkliste – Symbolbild für den Jahresabschluss im BGM

Jahresabschluss im BGM: Leitfaden für 2025/2026

Frau und Mann prüfen eine vollständig abgehakte Checkliste – Symbolbild für den Jahresabschluss im BGM

Jahresabschluss im BGM: Rückblick, Analyse und Ziele für 2026

Das Jahresende ist traditionell eine Zeit des Rückblicks, der Planung und des Aufräumens. Während sich viele Unternehmen auf den Jahresabschluss in der Buchhaltung oder die Budgetplanung konzentrieren, wird ein ebenso wichtiger Bereich oft übersehen: der Jahresabschluss im Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM).

Ein strukturierter BGM-Jahresabschluss ermöglicht es, Maßnahmen aus Arbeitsschutz, Betrieblichem Eingliederungsmanagement (BEM) und Betrieblicher Gesundheitsförderung (BGF) zu bündeln, Erfolge sichtbar zu machen und realistische Ziele für das neue Jahr abzuleiten.  Dabei geht es nicht nur um Zahlen, sondern immer auch um Menschen:

Wie steht es um die Sicherheit, Gesundheit, Motivation und Leistungsfähigkeit Ihrer Beschäftigten? Welche Maßnahmen haben Wirkung gezeigt? Und wie kann das BGM im kommenden Jahr noch effizienter gestaltet werden? 

Warum ein Jahresabschluss im BGM unverzichtbar ist

Das BGM ist kein Projekt, sondern ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess auf Grundlage des PDCA-Modells (Plan-Do-Act-Check). Der Jahresabschluss bildet dabei die zentrale Check-Phase: Er überprüft die Wirksamkeit der umgesetzten Maßnahmen, dokumentiert Fortschritte und unterstützt ein professionelles Gesundheitscontrolling, das für die zielgerichtete Jahresplanung wesentlich ist. 

Laut der #whatsnext-Studie 2025 der Techniker Krankenkasse geben über 80 % der Unternehmen an, dass sie BGM als strategischen Erfolgsfaktor betrachten – aber nur rund die Hälfte wertet regelmäßig die Ergebnisse ihrer Maßnahmen aus [1]. 

Das zeigt: Wer sein BGM systematisch steuert, verschafft sich einen klaren Wettbewerbsvorteil.

Drei Säulen - ein System

Ein wirksamer Jahresabschluss im BGM betrachtet immer alle drei zentralen Säulen gemeinsam:

1. Arbeitsschutz – die gesetzliche Grundlage

Der Arbeitsschutz stellt sicher, dass Arbeitsplätze sicher und gesundheitsgerecht gestaltet sind und bildet damit das Fundament eines jeden BGM-Systems. Im Jahresabschluss geht es hier unter anderem um Fragen, wie:

  • Sind Gefährdungsbeurteilungen aktuell (auch psychische Belastungen)?
  • Wurden alle Unterweisungen, Prüfungen und ASA-Sitzungen durchgeführt?
  • Wurden Arbeitsunfälle analysiert und daraus Maßnahmen abgeleitet?

2. Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) – der Brückenbauer

Das BEM ist das Bindeglied zwischen Prävention und Rehabilitation. Es unterstützt Mitarbeitende nach längerer oder wiederholten Erkrankung bei der Rückkehr in den Arbeitsalltag und hilft, erneute Ausfälle zu vermeiden. Im Jahresabschluss sollten Sie prüfen:

  • Wie viele BEM-Verfahren wurden eingeleitet und abgeschlossen?
  • Welche Maßnahmen (z.B. Arbeitsplatzanpassungen, Schulungen, Coaching) wurden umgesetzt?
  • Wie bewerten Betroffenen und Führungskräften den Prozess?

Eine strukturierte Evaluation der BEM-Fälle zeigt, welche Interventionen wirken und wo Anpassungsbedarf besteht. Eine gute BEM-Auswertung liefert somit wertvolle Hinweise für die Betriebliche Gesundheitsförderung, z.B. wenn sich Muster oder häufige Ursachen für Erkrankungen zeigen.

Tipp: Dokumentieren Sie BEM-Verfahren datenschutzkonform und anonymisiert, um Trends zu erkennen, ohne personenbezogene Daten offenzulegen. 

3. Gesundheitsförderung (BGF) – die aktive Prävention

Die BGF bildet die „Gestaltungsebene“ des BGM. Sie umfasst Maßnahmen, die Gesundheit, Motivation und Wohlbefinden aktiv fördern – von Bewegung und Ernährung über psychische Gesundheit bis hin zur Führungskultur. Fragen für die Jahresauswertung:

  • Wie viele Mitarbeitende haben an Maßnahmen teilgenommen?
  • Welche Angebote waren besonders nachgefragt?
  • Welche Rückmeldungen oder Gesundheitskennzahlen (z.B. Fehlzeitenquote, Mitarbeiterzufriedenheit) liegen vor?

Laut dem TK-Gesundheitsreport 2024 sind psychische Erkrankungen weiterhin die häufigste Ursache für Arbeitsunfähigkeit – mit einem Anteil von rund 20 % aller Fehltage. Daraus folgt: BGF-Maßnahmen müssen gezielt auf psychische Gesundheit und Stressprävention ausgerichtet sein [2]. 

Wichtige Kennzahlen für den Jahresabschluss im BGM

Ein professioneller Jahresabschluss im BGM ist datenbasiert. Neben qualitativen Eindrücken sollten daher immer auch messbare Kennzahlen analysiert werden. Dazu gehören:

Arbeitsschutz:

  • Unfallquote
  • Aktualität der Gefährdungsbeurteilung
  • Unterweisungsquote
  • Anzahl dokumentierter Beinaheunfälle

BEM:

  • Anzahl BEM-Fälle
  • BEM-Quote
  • Anzahl eingeleiteter und abgeschlossener Verfahren
  • Rückkehrquote nach dem Verfahren

BGF:

  • Teilnahmequote
  • Anzahl durchgeführter Gesundheitschecks
  • Zufriedenheitswert
  • Entwicklung der Fluktuationsquote

Gesamt-BGM:

  • Krankenstand
  • durchschnittliche Fehlzeiten
  • Mitarbeiterzufriedenheit

Diese Kennzahlen ermöglichen ein datenbasiertes BGM-Reporting, das sowohl für Führungskräfte als auch für das Controlling wertvolle Einblicke liefert, um Trends zu erkennen, Fortschritte sichtbar zu machen und Prioritäten für das kommende Jahr abzuleiten.

So gelingt der Jahresabschluss im BGM

Ein strukturierter Prozess sorgt dafür, dass alle relevanten Informationen zusammenlaufen und der Jahresabschluss effizient umgesetzt wird. Folgende Vorgehensweise hat sich bewährt:

  1. Rückblick: Sammeln Sie Daten, Ergebnisse und Feedback aus Arbeitsschutz, BEM und BGF.
  2. Analyse: Bewerten Sie die Wirksamkeit der Maßnahmen. Wo gab es Erfolge? Wo besteht Handlungsbedarf? Welche Trends zeichnen sich ab?
  3. Ziele definieren: Leiten Sie konkrete Ziele für das nächste Jahr ab, z.B. Senkung der Fehlzeiten, Erhöhung der Teilnahme an Gesundheitsmaßnahmen oder Optimierung der psychischen Gefährdungsbeurteilung
  4. Planung: Erstellen Sie einen Jahresplan mit Verantwortlichkeiten, Zeiträumen und notwendigen Ressourcen und sorgen Sie dafür, dass die dazugehörige Ressourcenplanung nachvollziehbar abgebildet wird.
  5. Kommunikation: Teilen Sie Erfolge und Ergebnisse transparent mit Mitarbeitenden und Führungskräften. Das stärkt die Akzeptanz und motiviert zur Teilnahme am BGM.

Ausblick auf 2026

Wer frühzeitig plant, kann auf aktuelle Entwicklungen reagieren. Diese Themen werden 2026 besonders relevant für BGM-Verantwortliche:

  • Digitales Gesundheitsmanagement: Zunehmende Integration von BGM-Software in HR-, Arbeitsschutz- und Reportingsysteme. Insbesondere digitale Tools werden eine wichtige Rolle spielen, um ein effizientes digitales BGM-Reporting zu ermöglichen.
  • Psychische Gesundheit & Resilienz: Fokus auf Prävention durch Achtsamkeit, Führungskräfteschulungen und detaillierte Belastungsanalysen.
  • Nachhaltigkeit im Gesundheitsmanagement: Verbindung von Klima- und Gesundheitsstrategien, z.B. durch aktive Mobilität oder gesunde Kantinenangebote.
  • Beteiligungskultur: Mitarbeitende werden verstärket in die Gestaltung von Gesundheitsmaßnahmen eingebunden – ein entscheidender Erfolgsfaktor für Akzeptanz und Wirksamkeit.

Fazit

Ein Jahresabschluss im BGM ist mehr als eine Rückschau. Er ist die strategische Grundlage für ein gesundes, erfolgreiches neues Jahr. Wer die Ergebnisse aus Arbeitsschutz, BEM und BGF gemeinsam betrachtet, erkennt Zusammenhänge, vermeidet Doppelarbeit und gestaltet Prävention ganzheitlich.

Mit digitalen Tools, klaren Prozessen und einer offenen Kommunikation gelingt es, aus Daten wertvolle Erkenntnisse und daraus nachhaltige Gesundheitsstrategien zu entwickeln.

So wird der Jahresabschluss im BGM zu einem zentralen Instrument, um Gesundheitsziele messbar zu machen und Strategien kontinuierlich zu verbessern.

Tipp: Nutzen Sie Ihre BGM-Software (‚Protarmo‘) als zentrales Steuerungsinstrument. Es verbindet Aufgabenverwaltung, Gesundheitsdaten, Schulungen und Gefährdungsbeurteilungen u.v.m. zu einem integrierten Managementsystem.

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Digitale Transformation im Arbeitsschutz & BGM

Die Illustration zeigt die digitale Transformation von Arbeitsschutz & Betrieblichem Gesundheitsmanagement (BGM). Eine Fachkraft präsentiert einem Mitarbeiter digitale Lösungen auf einem Tablet, während im Hintergrund Symbole für Datenanalyse, Sicherheit, Cloud-Technologien und Gesundheitsmanagement zu sehen sind. Das Bild steht für Effizienz, Transparenz und die Verbindung von Technologie und Menschlichkeit in modernen Unternehmen.

Digitale Transformation im Arbeitsschutz & BGM

Die Illustration zeigt die digitale Transformation von Arbeitsschutz & Betrieblichem Gesundheitsmanagement (BGM). Eine Fachkraft präsentiert einem Mitarbeiter digitale Lösungen auf einem Tablet, während im Hintergrund Symbole für Datenanalyse, Sicherheit, Cloud-Technologien und Gesundheitsmanagement zu sehen sind. Das Bild steht für Effizienz, Transparenz und die Verbindung von Technologie und Menschlichkeit in modernen Unternehmen.

Die Digitalisierung hat nahezu alle Unternehmen erreicht – auch den Arbeitsschutz und das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM). Digitale Lösungen ermöglichen uns heutzutage eine effizientere Organisation, eine bessere Datenbasis und vor allem mehr Transparenz. Doch die digitale Transformation im Arbeitsschutz & BGM ist kein Selbstläufer – sie erfordert klare Strategien, Akzeptanz der Mitarbeitenden und die richtige Kombination aus Technologie und Menschlichkeit. 

Wie also gelingt die digitale Transformation in diesen sensiblen Bereichen ohne, dass der Mensch dabei „hinter den Daten“ verschwindet?

Warum Digitalisierung unverzichtbar ist

Der Druck auf Unternehmen steigt durch sich ständig ändernde gesetzliche Anforderungen, Fachkräftemangel, steigende psychische Belastungen, flexible Arbeitsformen und den Wunsch nach ganzheitlicher Gesundheitsförderung. Digitale Lösungen bieten hier einen entscheidenden Vorteil – sie schaffen Struktur, Nachvollziehbarkeit und Effizienz.

Beispiele für digitale Anwendungen: 

  • Softwarebasierte Gefährdungsbeurteilungen: Risiken können zentral erfasst, bewertet, dokumentiert und nachverfolgt werden – mit automatisierten Erinnerungen für Prüfintervalle oder Maßnahmen. 
  • Digitale Unterweisungen & Schulungen: Mitarbeitende können zeit- und ortsunabhängig geschult werden – rechtssicher und mit integriertem Zertifikat.
  • Verknüpfte Gesundheitsdaten im BGM: Unternehmen erkennen frühzeitig Trends, wie z.B. steigende Fehlzeiten in bestimmten Abteilungen und können gezielt reagieren. 
  • Mobile Apps für Begehungen oder Unfallmeldungen: Sie ermöglichen eine schnelle sowie ortsunabhängige Erfassung und Auswertung. 

Laut der Initiative Gesundheit und Arbeit (iga) sehen über 70 % der Unternehmen in digitalen Tools einen klaren Mehrwert für ihr BGM [1].

Chancen und Stolpersteinen – Digitalisierung ganzheitlich betrachten

Die genannten Beispiele zeigen: Die Digitalisierung im Arbeitsschutz und BGM eröffnet völlig neue Möglichkeiten.
Doch jede digitale Transformation bringt nicht nur Vorteile, sondern auch Herausforderungen mit sich.

Nachfolgend betrachten wir die wichtigsten Chancen und Stolpersteine der digitalen Transformation im Arbeitsschutz & BGM – von Effizienz- und Transparenzgewinnen bis hin zu Datenschutz, Mitarbeiterakzeptanz und Ressourcenfragen.

So wird deutlich, wie Unternehmen den Weg zu einem modernen Arbeitsschutz 4.0 und einem vernetzten, digitalen BGM erfolgreich gestalten können.

Chancen der digitalen Transformation im Arbeitsschutz & BGM

1. Effizienz & Transparenz:

Digitale Systeme verbinden zuvor getrennte Prozesse – von der Gefährdungsbeurteilung bis zur Gesundheitsförderung. Das bedeutet weniger Medienbrüche, schnellere Abläufe sowie transparente Verantwortlichkeiten. 

2. Datenbasierte Entscheidungen:

Durch die Zusammenführung von Daten aus Arbeitsschutz, HR und BGM lassen sich Trends erkennen, die früher verborgen blieben. Beispielsweise kann eine Kombination aus Unfallmeldungen, BEM-Daten und psychischer Gefährdungsbeurteilung wertvolle Hinweise auf strukturelle Belastungen geben. Laut der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) ist die datenbasierte Prävention eines der zentralen Zukunftsfelder des modernen Arbeitsschutzes [2].

3. Flexibilität & Mitarbeiterorientierung:

Digitale Lösungen machen Prävention und Gesundheitsförderung für alle Mitarbeitenden zugänglich – auch im Homeoffice, Außendienst oder Schichtbetrieb.

Herausforderungen der digitalen Transformation

1. Datenschutz & -sicherheit:

Gesundheits- und Sicherheitsdaten gehören zu den sensibelsten Unternehmensdaten. Daher müssen klare Datenschutzkonzepte nach DSGVO sowie abgestufte Zugriffsrechte implementiert werden. Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) empfiehlt, den Datenschutz bereits bei der Planung digitaler Systeme zu berücksichtigen.

2. Akzeptanz der Mitarbeitenden:

Digitalisierung funktioniert nur, wenn sie verstanden und mitgetragen wird. Führungskräfte spielen dabei eine Schlüsselrolle, da sie vermitteln müssen, dass digitale Tools Unterstützung bieten und keine Überwachung darstellen. 

3. Komplexität & Ressourcen:

Viele kleine und mittlere Unternehmen scheuen die Einführung, weil sie hohe Kosten und übermäßigen Aufwand befürchten. Hier helfen modulare Systeme, die schrittweise eingeführt werden können, sowie digitale Förderprogramme [3]. 

Erfolgsfaktoren für eine nachhaltige digitale Transformation

1. Klare Zieldefinition:

Digitalisierung darf kein Selbstzweck sein – Unternehmen sollten genau wissen, welche Probleme sie lösen möchten (z.B. Transparenz, Nachverfolgung, Entlastung). 

2. Mitarbeitende einbinden:

Die Beteiligung von Sicherheitsfachkräften, Betriebsärzten, Personalabteilung und Mitarbeitendenvertretung schafft Akzeptanz und Verständnis. 

3. Prozesse ganzheitlich denken:

Arbeitsschutz und Gesundheitsmanagement sollten nicht isoliert digitalisiert werden – sondern gemeinsamen auf einer Plattform. 

4. Schulung & Change Management:

Regelmäßige Trainings und eine offene Kommunikation fördern den souveränen und effizienten Umgang mit neuen Tools. 

5. Evaluation & kontinuierliche Verbesserung:

Die Einführung digitaler Systeme ist kein Projekt, sondern ein Prozess. Regelmäßige Reviews helfen dabei, Nutzen und Wirksamkeit zu bewerten. 

Fazit: Digitalisierung als Schlüssel zur Zukunftsfähigkeit

Digitale Technologien verändern die Arbeitswelt und können Arbeitsschutz und Betriebliches Gesundheitsmanagement entscheidend stärken, wenn sie strategisch eingesetzt werden. Sie schaffen nicht nur Effizienz, sondern auch Transparenz, Teilhabe und Nachhaltigkeit. 

Unternehmen, die frühzeitig investieren, profitieren von: 

  • geringeren Ausfallzeiten,
  • einer besseren Nachweisführung,
  • einer höheren Mitarbeiterzufriedenheit
  • und einer Kultur, die Sicherheit und Gesundheit als Selbstverständlichkeit lebt. 

Vereinbaren Sie jetzt einen unverbindlichen Beratungstermin zu unserer ganzheitlichen Softwarelösung ‚Protarmo‘ – Software für Arbeitsschutz & BGM!

Arbeitsschutz & BGM: Synergien nutzen

Software für Arbeitsschutz & BGM visualisiert mit zwei Personen und ineinandergreifende Zahnrädern, die Mitarbeitergesundheit und Arbeitssicherheit symbolisieren

Arbeitsschutz und BGM: Synergien nutzen

Software für Arbeitsschutz & BGM visualisiert mit zwei Personen und ineinandergreifende Zahnrädern, die Mitarbeitergesundheit und Arbeitssicherheit symbolisieren

Arbeitsschutz und Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) gelten oft als getrennte Bereiche – dabei ergänzen sie sich perfekt. Während der Arbeitsschutz gesetzlich vorgeschrieben ist, zielt das BGM strategisch auf Förderung von Gesundheit, Motivation und Leistungsfähigkeit.

Wer beide Bereiche vernetzt, nutzt starke Synergien: Sicherheit, Gesundheit und Unternehmenskultur greifen wie Zahnräder ineinander. Das Ergebnis? Weniger Fehlzeiten, höhere Zufriedenheit und eine nachhaltige Resilienz des Unternehmens.

Arbeitsschutz und BGM - zwei Seiten derselben Medaille

Der Arbeitsschutz konzentriert sich klassisch auf die Vermeidung von Unfällen und arbeitsbedingten Erkrankungen. Zu seinen Aufgaben gehören:

  • Gefährdungsbeurteilungen,
  • Unterweisung von Beschäftigten,
  • Bereitstellung sicherer Arbeitsmittel und persönlicher Schutzausrüstung.

Das BGM verfolgt dagegen einen ganzheitlichen Ansatz. Es stärkt physische, psychische und soziale Gesundheit, steigert Motivation und Leistungsfähigkeit und unterstützt Führung und Kulturentwicklung.

Beide Bereiche verfolgen dasselbe Ziel – gesunde, leistungsfähige Mitarbeitende in einer sicheren und gesunden Arbeitsumgebung.

Praxisbeispiel:

Ein ergonomisch eingerichteter Arbeitsplatz (Arbeitsschutzmaßnahme) reduziert nicht nur das Risiko für Muskel-Skelett-Erkrankungen, sondern wirkt sich auch positiv auf Konzentration, Motivation, Wohlbefinden und Produktivität der Beschäftigten aus (BGM).

Laut der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) gehen jährlich rund 23 % aller Arbeitsunfähigkeitstage auf Muskel-Skelett-Erkrankungen zurück [1]. Maßnahmen zur Ergonomie wirken somit doppelt – sie schützen und fördern zugleich.

Schnittstellen zwischen Arbeitsschutz und BGM effizient nutzen

In vielen Unternehmen existieren Arbeitsschutz und BGM parallel, oft in getrennten Abteilungen mit eigenen Zielen, Budgets und Zuständigkeiten. So bleiben wertvolle Potenziale ungenutzt. Entscheidend sind die Schnittstellen – hier entsteht Mehrwert:

  • Gefährdungsbeurteilung

    Sie ist das Fundament für für Prävention. Besonders die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen eröffnet Schnittstellen zum BGM. Erkenntnisse zu Themen wie Arbeitsverdichtung, Führungskultur oder Kommunikation können direkt in BGM-Maßnahmen überführt werden [2]. 
    → Mehr dazu in unserem Beitrag Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen

  • Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM)

    BEM ist gesetzlich vorgeschrieben (§ 167 SGB IX) und zugleich ein wichtiges und strategisches Instrument zur Gesundheitsförderung. Wer BEM-Daten systematisch auswertet, erkennt Muster und kann präventiv handeln, bevor (erneute) Ausfälle auftreten.
    → Mehr zum digitalen BEM-Modul finden Sie in unserer Funktionsübersicht BEM (PDF)

  • Gesundheitsförderung

    Angebote zur Bewegung, Stressmanagement oder Ernährung können gezielt dort eingesetzt werden, wo der Arbeitsschutz Risiken sichtbar macht. 

Laut der TK-Studie #whatsnext BGM 2025 setzen mittlerweile 60 % der Unternehmen auf digitale BGM-Tools, um genau diese Schnittstellen sichtbar und nutzbar zu machen [3].

Digitalisierung im Arbeitsschutz und BGM

Digitale Systeme sind der Schlüssel, um Arbeitsschutz & BGM strukturiert zu verbinden. Sie ermöglichen:

  • Gemeinsame Datenbasen: Alle Maßnahmen und Erkenntnisse werden gebündelt.
  • Strukturierte Aufgabenverwaltung: Verantwortlichkeiten, Fristen und Nachweise sind klar nachvollziehbar.
  • Einfache Dokumentation: Berichte und Auswertungen lassen sich direkt für ASA-Sitzungen oder Management-Reviews nutzen. 

So entsteht aus zwei parallelen Prozessen ein integriertes Gesundheits- und Arbeitsschutzmanagementsystem, das gesetzliche Anforderungen erfüllt und gleichzeitig die strategische Gesundheitsförderung unterstützt.

Studien zeigen, dass Unternehmen mit digitalisierten Arbeitsschutz- und BGM-Prozessen bis zu 25 % weniger krankheitsbedingte Fehltage verzeichnen.

→ Mehr dazu in unserem Artikel Managementsystem für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit

Organisation & Kultur - die entscheidenden Erfolgsfaktoren

Technische Lösungen sind wichtig, doch entscheidend ist die gelebte Gesundheitskultur. Nur wenn Führung, Kommunikation und Mitarbeitende mitziehen, entfaltet das System Wirkung.

Eine starke Gesundheitskultur bedeutet:

  • Führungskräfte leben Gesundheit als Vorbild.
  • Mitarbeitende werden aktiv eingebunden (z.B. über Gesundheitszirkel). 
  • Erfolge werden sichtbar gemacht und wertgeschätzt.

Ganzheitlich denken, nachhaltig handeln

Arbeitsschutz ist die Pflicht, BGM die Kür – doch erst gemeinsam entfalten sie ihre volle Wirkung. Unternehmen die beide Bereiche miteinander verzahnen erreichen:

  • geringere Fehlzeiten,
  • höhere Produktivität,
  • mehr Zufriedenheit
  • und eine nachhaltige Unternehmenskultur. 

Nutzen Sie das Jahresende, um Ihre Strukturen zu prüfen: 

  • Wo können Arbeitsschutz und BGM besser miteinander verzahnt werden?
  • Wie lässt sich die Digitalisierung gezielter einsetzen?
  • Welche Kennzahlen (z.B. AU-Tage, Unfallraten, Teilnahmequoten) zeigen Fortschritte?

Unternehmen, die Gesundheit als festen Bestandteil ihrer Kultur verankern, stärken Vertrauen, Identifikation und Arbeitgeberattraktivität – ein klarer Vorteil im Wettbewerb um Fachkräfte.

Fazit:

Wer Arbeitsschutz und BGM vernetzt betrachtet, schafft die Basis für Gesundheit, Sicherheit und Zukunftsfähigkeit.

Softwaregestützte Lösungen für Arbeitsschutz und BGM

Unsere Lösung ‚Protarmo‘ vereint Arbeitsschutz, BEM und Gesundheitsförderung in einem System – intuitiv, rechtskonform und effizient.

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